Bismarck 04 by Karl Bleibtreu

Bismarck 04 by Karl Bleibtreu

Author:Karl Bleibtreu [Bleibtreu, Karl]
Language: deu
Format: epub
Publisher: Lpz: Vlg. d. Lit.werke "Minerva" (1948)
Published: 2011-04-13T20:39:14+00:00


XXIII. Georgiewsk, Wilna, Kurland, Jasiolda,

Styr, Strypa

Während Evert auf Pinsk–Slonim nordöstlich wich, stellte sich Smirnow an der Jasiolda. Die schwache A. Leopold blieb ihm auf den Fersen, über die Lesna durch die unheimliche Wildnis des Urwalds, an dessen Ausläufern heftiger Kampf entbrannte. 35. R. D. war zum K. Scheffer gestoßen, die Art. kam aber auf grundlosen Moderdämmen nicht durch, trotzdem erzwang die nur aus L. W. und L. St. bestehende 84. D. den Austritt aus den Waldungen. Dies war am 6. Sept. zur selben Zeit, als Marrwitz' Hessen den Brückenkopf des Karthäuserklosters von Bereza angriffen, die Ostpreußen Chomsk und Mosers Div. Drohizyn erstürmten. Als am 15. Winkler in die Pinsker Kathedrale Einquartierung legte, am 3. Okt. durch Gardekav. abgelöst, die an den Sanddünen des Oginskikanals ausschwärmte, übernahm Woyrsch den Oberbefehl der neuen Linie. Auch Arz' Österreicher traten unter sein Kommando, die am 24. Baroniwitschi zustrebten, nachdem Woyrsch am 17. das Schara-Bollwerk Slonim brach. Smirnow wehrte sich immer noch mutig, 23. L. W. mußte als Vorhut am rechten Scharaufer wütenden Angriffen Trotz bieten. Da aber Gallwitz unter scharfen Streiten die Zelwianka, dann mit Scholtz zusammen die Lebiodafront durchriß und seine Westpreußen unterhalb die Schara überschritten, wich der Russe auf Lida, von Scheffer am 24. über die Jatra verfolgt. Um diese Zeit fesselte Below die r. 5., 12. A. bei Dünaburg durch glückliche Ablenkung bei Lennewaden und Friedrichstadt-Jakobstadt, so daß sie nicht an der Wilija eingriffen, als dort Not an Mann war.

Eichhorn hatte bisher wenig erreicht, seine Linke bei Troki klebte fest und doch sollte hier die Entscheidung fallen, K. K. Garnier (1., 4. K. D.) vermochte bisher nur seine Flanke zu decken. Da befahl Ludendorff die größte Kavalleriebewegung, die je ausgeführt: Murats Verfolgung nach Ulm und Jena, Stuarts Washington-Raid oder die Reiterschlacht bei Brandy Station sind nichts dagegen. Wir hatten gegen Marrwitz' große Massierung im Herbst 1914 einzuwenden, daß er das wahre Ziel Ypern aus dem Auge verlor. Hat Richthofen die Wilna-Manöver geleitet, so ist er der größte bisherige Handhaber von Reiterei seit Hannibal, er brachte die ganze Vollkommenheit deutscher Vorzüge in dieser Waffe und deren Wichtigkeit zur Erscheinung. Das Außerordentlichste war die große Täuschung. 3., 6., 9. K. D. überfielen nordwärts an der Swenta die gegen Belows Rechte fechtende Dünaarmee, warfen die russische Kav. über den Haufen am 11. bei Uzjani und jagten durch Rückendruck bei Dowzeli das 3. r. K. nach Alexandrowsk, auf welchen Brückenkopf Belows Inf. sofort nachdrängte, schwenkten dann ostwärts unter nochmaliger Umwerfung russischer Geschwader und dann erst pfeilschnell südlich in den Rücken von Wilna, senkrecht wie der Kondor auf die Beute herabstößt. Zwischen Narocz- und Swicsee in die breitgewundene Flußschleife der Wilija einbrechend, erreichten 6., 9. K. D. Smorgon, 3. K. D. Molodezno, Garniers' 4. D. schloß sich an 60 km östlich Wilna. Die Bahnstränge Wilna–Dünaburg, Witebsk–Molodezno, Wilna–Smorgon waren am 15. zerrissen in ihrer Hand, die große Reiterschlacht bei Soly, wohin die Masse südwestlich abschwenkte, zu ihren Gunsten entschieden. Büchsen der Radfahrjäger, berittene Masch. G. Träger, leichte Gesch. ermöglichen heute der Kav. mehr als früher, doch wie kommt es, daß nur die Deutschen davon richtigen Gebrauch machten.



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